In Indonesien entdeckt: Weiblicher Netzpython mit 7,22 m ist die längste wilde Schlange der Welt

Neuer Weltrekord: längste Python der Welt entdeckt
Neuer Weltrekord: längste Python der Welt entdeckt

Ein außergewöhnlicher Fund auf der indonesischen Insel Sulawesi sorgt für Aufsehen: Eine wild lebende Netzpython mit einer offiziellen Länge von 7,22 Metern wurde von Guinness World Records als neuer Weltrekordhalter anerkannt. Die Entdeckung löst in der Herpetologie einiges Staunen aus und verändert unser Bild von Längenrekorden bei Wildtieren.

Wie die Schlange gefunden und vermessen wurde

Ende 2025 wurde die riesige Python von Einheimischen im Süden Sulawesis gesichtet und trägt den Namen “Ibu Baron” (italienisch: “La Baronessa”, deutsch: “Die Baronin”). Die offizielle Vermessung fand im Januar 2026 unter strengen Regeln statt. Experten nutzten einen Meterstab und ein Maßband, um den Einsatz von Narkose zu vermeiden (Narkose kann Muskelentspannung verursachen und theoretisch die gemessene Länge um bis zu 10 % vergrößern).

“Ibu Baron” brachte beeindruckende 96,5 kg auf die Waage bei leerem Magen (also ohne kürzlich gefressene Beute). Rechnet man die mögliche maximale Entspannung mit ein, könnte sie bis zu 7,90 Meter messen. Ein Video von Guinness World Records zeigt die enorme Größe der Schlange im Vergleich zu einem Menschen.

Wie sie sich gegen frühere Rekorde schlägt

Vor “Ibu Baron” hielt ein Weibchen aus Borneo mit 6,95 Metern, entdeckt 1999, den Rekord für die längste in der Wildnis gemessene Netzpython. Der neue Fund übertrifft diesen Wert um 25 Zentimeter. Im Bereich Gefangenschaft liegt der Rekord bei einem Weibchen namens “Medusa” aus Missouri, USA, mit 7,67 Metern. Wild- und Gefangenrekorde werden getrennt geführt, um ein klares Bild der Art unter unterschiedlichen Lebensbedingungen zu bekommen.

Wo Netzpythons leben und wie sie aussehen

Die Netzpythons gehören zur Familie Pythonidae und sind wissenschaftlich als Malayopython reticulatus bekannt. Ihr Verbreitungsgebiet reicht über Südostasien, von Bangladesch über Indonesien bis zu den Philippinen, mit gemeldeten Sichtungen in Teilen Indiens. Sie bevorzugen Regenwälder und Sümpfe, zeigen sich aber anpassungsfähig genug, um auch in städtischen Gebieten und Plantagen wie Ölpalmenplantagen zu überleben.

Erwachsene Tiere erreichen typischerweise 5 bis 6 Metern und wiegen rund 75 kg, wobei Spitzenwerte über 90 kg möglich sind. Weibchen sind meist größer und schwerer als Männchen, was den Fund von “Ibu Baron” besonders bemerkenswert macht.

Verhalten, Nahrung und Gefahren

Netzpythons sind nicht giftig; sie töten ihre Beute durch Umschlingen. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Säugetiere und Vögel, gelegentlich auch andere Reptilien, Amphibien und Fische. Als opportunistische Jäger suchen sie manchmal menschliche Siedlungen auf, um nach Nahrung zu suchen, was zu Konflikten führen kann.

Die größte Gefahr für diese Tiere geht vom Menschen aus: Sie werden oft aus Angst getötet und sind Ziel kommerzieller Jagd zur Befriedigung der Nachfrage nach Modeartikeln und alternativer Medizin. Dass “Ibu Baron” nun als Weltrekordhalterin bestätigt wurde, macht deutlich, wie wichtig Schutzmaßnahmen für diese beeindruckenden Tiere sind. Ein besseres Wissen über ihre Lebensweise kann helfen, das fragile Gleichgewicht der Ökosysteme, in denen sie leben, zu erhalten und Vorurteile sowie Ängste zu verringern, die häufig zu ihrer Verfolgung führen.