Archäologischer Sensationsfund des Jahrhunderts: versunkene Stadt mit Ähnlichkeit zu Atlantis in einem See entdeckt

Archäologische Sensation: Vergessene Stadt im See Issyk-Kul entdeckt
Archäologische Sensation: Vergessene Stadt im See Issyk-Kul entdeckt

Die Entdeckung einer im See Issyk-Kul versunkenen Stadt hat die Archäologie aufhorchen lassen und wurde schon als „archäologische Entdeckung des Jahrhunderts“ bezeichnet. In der Nähe von Toru‑Aygyr in Kirgisistan wurde eine Siedlung gefunden, die hilft, die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart in Zentralasien besser zu verstehen. Ähnlich wie Atlantis lag die Stadt nach einem verheerenden Erdbeben im 15. Jahrhundert lange verborgen unter den ruhigen Wassern des Sees.

Lage und geschichtlicher Hintergrund

Der Issyk‑Kul‑See liegt im Herzen Zentralasiens, südlich von Kasachstan, zwischen dem Tien‑Shan‑Gebirge und den Handelswegen zum Bedel‑Pass Richtung China. Die Nähe zu wichtigen Handelsrouten macht die Entdeckung zu einem Hinweis auf Verbindungen entlang der legendären Seidenstraße. Das Chui‑Tal, westlich des Sees, spielte dabei eine zentrale Rolle als strategischer Punkt für Karawanen, die Seide, Gewürze und Metallwaren transportierten.

Bei der Unterwasserexpedition kamen bedeutende archäologische Überreste zutage. Die Nationale Akademie der Wissenschaften der Kirgisischen Republik, unter der Leitung des Archäologen Valery Kolchenko, hat Wände, Ziegelgebäude und Keramikstücke kartiert. Gefunden wurden außerdem Fragmente von Dekorationen, die auf öffentliche Gebäude wie Moscheen oder Medresen hindeuten könnten. In Tiefen von 0,914 bis 3,962 Metern unter der Wasseroberfläche entdeckten sie originale Kulturschichten und Spuren von Produktionswerkstätten.

Die Nekropole: Bestattung und Grabpraxis

In der Nähe der Ruinen liegt eine gut dokumentierte muslimische Nekropole aus dem 13. bis 14. Jahrhundert. Die geplante Friedhofsanlage, in der Verstorbene mit dem Gesicht zur Qibla (Gebetsrichtung nach Mekka) bestattet wurden, bestätigt die islamische Bestattungspraxis jener Zeit. Die Größe der Nekropole beträgt etwa 304,8 mal 198,1 Meter, und Erosion droht, wichtige Details zu zerstören.

Die Forschenden konnten zwei Individuen bergen; genug Knochenmaterial blieb erhalten, um aussagekräftige anthropologische Untersuchungen zu ermöglichen. Die Wellen und saisonalen Schwankungen des Sees gefährden allerdings die langfristige Erhaltung dieser besonderen Stätte.

Probleme jetzt und wie es weitergeht

Trotz der Wichtigkeit der Funde gibt es technische Schwierigkeiten: Die Sicht unter Wasser schwankt stark, was die Arbeit erschwert. Taucher arbeiteten daher mit präzisen Fotografien und Kartierungen, um die Stätte umfassend zu dokumentieren, ohne die Artefakte zu gefährden. Die UNESCO‑Richtlinien legen Wert darauf, das Kulturerbe vor Ort zu schützen, damit künftige Forschungen nicht beeinträchtigt werden.

Geplante weitere Arbeiten umfassen breitere Kartierungen, um das volle Ausmaß der Siedlung zu erfassen, sowie chemische Tests an Schlamm und Artefakten, um die sich verändernden Uferverhältnisse über die Jahrhunderte nachzuvollziehen. Auch dendrochronologische Analysen und Accelerator Mass Spectrometry (Beschleuniger‑Massenspektrometrie) könnten noch genauere Einblicke liefern.

Die archäologischen Befunde im Issyk‑Kul‑See deuten auf eine einst städtische und kommerzielle Agglomeration hin, die Teil der Seidenstraßen war. Valery Kolchenko beschreibt den Fund nicht nur als Stadt, sondern als große kommerzielle Ansammlung mit signifikanter soziokultureller Bedeutung. Diese Erkenntnisse legen nahe, die Geschichte der Region neu zu betrachten und ihre Rolle für Handelswege und Urbanität im Mittelalter stärker zu würdigen. Die Funde bieten damit eine wertvolle Perspektive und die Chance, das kulturelle Erbe Zentralasiens umfassender zu verstehen und zu schützen.