Generation Z findet kaum Wohnraum, doch bald wird sie die wohlhabendste Generation aller Zeiten sein

Generation Z, wirklich die reichste und einflussreichste Generation?
Generation Z, wirklich die reichste und einflussreichste Generation?

Die Generation Z, oft kurz „Gen Z“ genannt, könnte laut einer Studie der Bank of America eine der bedeutendsten Generationen der Geschichte werden. Die Prognosen deuten darauf hin, dass sie „die reichste und einflussreichste Generation der Geschichte“ sein könnte, und das deutlich früher als gedacht. Aber was steckt hinter diesen Zahlen, und wie könnte Gen Z Gesellschaft und Wirtschaft weltweit verändern?

Demografie und Vermögensentwicklung

Den Prognosen zufolge wird die Generation Z in den kommenden zehn Jahren 30 % der Weltbevölkerung ausmachen. Gleichzeitig wächst ihr Vermögen stark. In nur zwei Jahren hat Gen Z ein Vermögen von 8.280 Mrd. Euro angesammelt. Laut der Bank of America soll dieser Betrag bis 2030 auf 33.120 Mrd. Euro steigen und bis 2040 sogar 68.080 Mrd. Euro erreichen. Der bis 2045 erwartete Erbtransfer wird auf 77.280 Mrd. Euro geschätzt, wobei 38 % dieses Geldes an die Generation Z gehen sollen.

Der sogenannte „Große Vermögensübertrag“ beschreibt die massive Weitergabe von Erbschaften von älteren an jüngere Generationen. Obwohl ein Großteil der insgesamt 84.000 Mrd. Euro zunächst an Generation X und Millennials fließt, profitiert auch Gen Z erheblich.

Alltag, Jobs und Geld: So sieht das sozioökonomische Profil aus

Die sozioökonomischen Herausforderungen für Gen Z sind deutlich spürbar. Der Aufwand für den Lebensunterhalt liegt bei 146 % des Mindestlohns, was bezahlbares Wohnen stark erschwert. Viele junge Menschen sind „nicht in der Lage, Wohneigentum zu erwerben oder Mieten zu bezahlen.“ Das führt dazu, dass Arbeitsstellen, die als sinnlos empfunden werden, häufig abgelehnt werden und klassische Arbeitszeiten kritisch betrachtet werden. Überqualifizierung ist ebenfalls ein verbreitetes Phänomen.

Trotz dieser Hürden legt Gen Z weniger Wert aufs klassische Sparen und gibt eher Geld für „kleine Luxusgüter“, Urlaube und persönliches Wohlbefinden aus. Viele verschieben zudem die Familiengründung, weil sie kurzfristig nicht die nötigen Voraussetzungen sehen, und setzen stattdessen auf Erlebnisse und persönliche Entwicklung.

Die Bank of America sieht in Gen Z mit dem richtigen Zugang zu Kapital das Potenzial, „eine der disruptivsten Generationen für Ökonomien, Märkte und Sozialsysteme“ zu werden.

Was die älteren Generationen weitergeben

Die Vermögenswerte, die in den nächsten Jahren übertragen werden, stammen größtenteils von älteren Generationen wie den Babyboomern und der Generation X. Diese Gruppen profitierten stark davon, Vermögen „zu einem Spottpreis zu erwerben und dann zu hohen Preisen zu verkaufen.“ Für Gen Z ist die Lage jedoch komplizierter, weil viele dieser Vermögenswerte bereits stark abgeschöpft sind, was den Aufstieg wirtschaftlich erschwert.

Gleichzeitig wird der „Große Vermögensübertrag“ Gen Z einen wichtigen finanziellen Schub geben. Diese Geldströme könnten sich über die nächsten zehn Jahre verteilen und Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sowie in den wirtschaftlichen Einflüssen bewirken, die über Generationen hinweg spürbar bleiben.

Diese Entwicklungen werfen die Frage auf, wie sich diese Verschiebungen auf globale Standards und Normen auswirken werden. Für Gen Z ist die Zukunft eine seltene Chance, eine führende und verändernde Rolle in der Weltwirtschaft zu übernehmen. Doch mit großen Vermögen geht auch große Verantwortung, die künftige wirtschaftliche und soziale Entscheidungen maßgeblich prägen könnte.