Geologen könnten eines der größten Schätze der Erde entdeckt haben – doch manche warnen, es könnte zu gefährlich sein, ihn zu bergen

Die Kupferlagerstätte Filo-del-Sol an der Grenze zwischen Chile und Argentinien zieht internationale Bergbauunternehmen und Umweltschützer gleichermaßen an. Im Jahr 2025 kam die erste Ressourcenschätzung heraus und deutete auf deutlich größere Metallvorkommen hin als bislang gedacht. Das bringt wirtschaftliche Chancen, aber auch rechtliche und ökologische Herausforderungen mit sich.
Wo das Projekt liegt und wie die Geologie aussieht
Filo-del-Sol liegt im östlichen Abschnitt des Pazifischen Feuerrings, eingebettet in die Anden, auf etwa 5.000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Lagerstätte liegt am Rand der Atacama-Wüste, einer Höhen- und Klimaregion, die geologisch spannend, für Bergbauprojekte aber auch recht schwierig ist.
Die Mineralisierung erfolgte in der Oberkreide und hat zu einem der auffälligsten Funde der letzten Jahrzehnte geführt. Man geht derzeit davon aus, dass besonders Kupfer, Gold und Silber in sehr viel größeren Mengen vorhanden sind als ursprünglich vermutet.
Was wirtschaftlich drinsteckt: die Zahlen
2025 war das Jahr der ersten Schätzung, die beeindruckende Vorkommen ausweist: bis zu 13 Millionen Tonnen Kupfer, 995.312 Kilogramm Gold und 20.497.206 Kilogramm Silber. Die Erkundungen laufen weiter, und die beteiligten Unternehmen halten Verbesserungen dieser Schätzungen für möglich. Jack Lundin, CEO von Lundin Mining, nannte den Fund eine der bedeutendsten der letzten 30 Jahre.
Technische Hürden beim Bergbau
Solche Vorkommen bringen auch große Herausforderungen mit sich. Arbeiten in dieser Höhe und bei extremen Witterungsbedingungen sind logistischer Aufwand pur und setzen die Gesundheit der Beschäftigten einem erhöhten Risiko aus. Auch der Transport schwerer Ausrüstung in diese Höhenlagen ist alles andere als trivial.
Umwelt- und Rechtsfragen
Die Umweltschutzorganisation Fundación Ambiente y Recursos Naturales (FARN) hat erhebliche Bedenken wegen möglicher Umweltschäden durch Bergbau in dieser Region. Abbaumaßnahmen in den Anden könnten fragile Ökosysteme dauerhaft schädigen. Ein weiteres Problem ist der hohe Wasserbedarf: Beim Bergwerk La Alumbrera (in Argentinien) wurde bereits ein großer Teil der regional verfügbaren Wassermenge von jährlich etwa 25 Millionen Kubikmetern verbraucht.
Ein weiterer strittiger Punkt ist das argentinische Gletscher-Gesetz, das Gletscher als wichtigste Süßwasserquelle des Landes schützen soll. FARN wirft der Lundin-Gruppe vor, gegen dieses Gesetz zu verstoßen, was die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und Umweltstandards zusätzlich anheizt.
S Stromversorgung und Nachhaltigkeit
Um die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten, plant Central Puerto (Argentiniens größter privater Stromerzeuger), erneuerbare Energien in die Region zu bringen. Lundin Mining hatte bereits 2022 angekündigt, Hochspannungsleitungen zu installieren. Solche Maßnahmen könnten helfen, den ökologischen Fußabdruck der Bergbauaktivitäten zu verkleinern und den Dieselverbrauch zu reduzieren.
Filo-del-Sol steht damit an einer Weggabelung zwischen großem wirtschaftlichem Potenzial und ernsthaften ökologischen Folgen. Die Region könnte weltweit eine wichtige Rolle bei der Lieferung von wichtigen Rohstoffen für die grüne Energiewende spielen. Gleichzeitig bleibt es wichtig, den Rohstoffbedarf und die Umweltverantwortung sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Der weitere Verlauf des Projekts wird aufmerksam verfolgt, weil er weitreichende Folgen für die Region und darüber hinaus haben könnte.