Neue Therapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs eliminiert Tumore und stoppt Resistenzbildung

Neue Behandlung gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs: Tumore verschwinden und Resistenzbildung wird verhindert
Neue Behandlung gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs: Tumore verschwinden und Resistenzbildung wird verhindert

Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den tödlichsten Krebsarten, weil die Fünf-Jahres-Überlebensrate von weniger als 10 % sehr niedrig ist. Eine neue Studie des spanischen Nationalen Krebsforschungszentrums (CNIO) weckt jetzt Hoffnung. Die Forschenden haben im Fachjournal PNAS eine potenzielle Therapie vorgestellt, die Tumore deutlich verkleinert und gleichzeitig die Entstehung von Arzneimittelresistenzen verhindert.

Neue Therapieansätze bei dieser tödlichen Krankheit

Das pankreatische duktale Adenokarzinom (PDAC) ist die häufigste Form des Bauchspeicheldrüsenkrebses und trifft jährlich über 10.300 Personen in Spanien. Das KRAS-Gen, das in etwa 90 % der Fälle mutiert ist, spielt dabei eine große Rolle.

Zum ersten Mal wurde eine dreifache Kombinationstherapie getestet, die den KRAS-Onkogen-Signalweg an drei unterschiedlichen Stellen blockiert. Die Mischung aus Daraxonrasib (einem experimentellen KRAS-Inhibitor), Afatinib (ein bereits zugelassenes Lungenkrebsmedikament) und SD36 (ein Protein-Degrader) zeigte in den Tests sehr starke Effekte. Ziel dieser Strategie ist es, nicht nur die Tumore zu verkleinern, sondern auch mögliche Ausweichmechanismen der Tumorzellen zu erschweren und so die Entstehung von Resistenzen zu verhindern.

Beeindruckende Resultate in präklinischen Tests

In den Experimenten kamen insgesamt drei verschiedene Mausmodelle zum Einsatz. Die gleichzeitige Blockade von drei Molekülen im KRAS-Signalweg führte in diesen Modellen zu einem deutlichen Rückgang der Tumore. Alle getesteten Mausmodelle zeigten eine starke und anhaltende Tumorregression, ohne dass auffällige Nebenwirkungen beobachtet wurden. Das ist bemerkenswert, weil es nicht nur die Wirksamkeit der Therapie unterstreicht, sondern auch zeigt, dass die Mausmodelle die Behandlung gut vertragen.

Die Studie zitiert die Autoren mit den Worten: „Diese Ergebnisse ebnen den Weg für das Design kombinierter Therapien, die das Überleben verbessern könnten.“ Mariano Barbacid, Leiter der Experimental Oncology Group am CNIO, weist aber auf die verbleibenden Hürden hin: „Wir sind noch nicht in der Lage, klinische Studien mit dieser Dreifachtherapie durchzuführen.“

Wie geht’s weiter? Chancen und Hürden für die klinische Anwendung

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse betonen die Forschenden, dass Ergebnisse aus Tierversuchen nicht ohne Weiteres auf Patientinnen und Patienten übertragbar sind. Vor einer klinischen Prüfung sind noch weitere Anpassungen und Verfeinerungen nötig. Barbacid erklärt: „Es ist wichtig zu verstehen, dass, obwohl experimentelle Ergebnisse wie die hier beschriebenen noch nie zuvor erzielt wurden, wir uns immer noch nicht in der Lage befinden, klinische Studien mit der Dreifachtherapie durchzuführen.“

Die Arbeit wurde von mehreren Förderinstitutionen unterstützt, darunter Fundación CRIS Contra el Cáncer, der European Research Council (ERC) sowie dem Carlos III Health Institute.

Die Ergebnisse könnten in absehbarer Zeit neue Therapieoptionen für Menschen mit PDAC eröffnen. Trotz der aktuellen Einschränkungen könnten sie die klinische Situation deutlich verbessern und vielen Betroffenen neue Hoffnung geben.